Donnerstag, 21. November 2019

Dörlesberg

Geschichte und Entstehung
Kirche Dörlesberg Die älteste Nennung Dörlesbergs findet sich in den ‚Triefensteiner Traditionsnotizen‘. Diese stammen aus den Anfangsjahren des 1102 gegründeten Stiftes. In ihnen wird Dörlesberg in einem Abschnitt über die „Grundausstattung“ genannt. Ihnen folgend erhielt das Stift Triefenstein „siebzehn Morgen und einen Weinberg“ in Dörlesberg, die durch den dortigen Pfarrer bewirtschaftet wurden. In den Triefensteiner Traditionsnotizen wird ein „Seyfridus in Doerlisbuer“ angeführt. Diese sind in einer Abschrift aus dem Jahr 1421 überliefert (StAWt-F Rep. 75 Nr. 406).

Man wird also davon ausgehen können, dass Dörlesberg bereits zu Beginn des 12. Jahrhunderts existierte, auch wenn die hierzu vorhandene Quelle nicht aufs Jahr genau datierbar ist. 1196 tauchte der Ort als Dorlich, 1201 mit dem Namen Törlesberg auf. In den Aufzeichnungen findet man 1202 Torlichespur, 1228 Dorlisbur, 1299 Turlichesbur und 1324 Torlinsburc als Namen. 1167 ist von Dörlesberg eine zum Kloster Triefenstein gehörige Kapelle mit Pfründen und Besitztum urkundlich ernannt. Bis 1543 übte das Kloster Triefenstein das Patronatsrecht über Kirche und Pfarrei Dörlesberg aus.

Später ging dieses Recht zum besseren Schutz auf die näher gelegene Abtei Bronnbach über. In den Religionswirren war die Gemeinde von 1553 bis 1612 vollständig zum protestantischen Glauben übergewechselt. Am 1.4. 1674 meldete der Bronnbacher Abt Franziskus Wundert mit den Worten "durch sonderbare Schickung Gottes und viel Müh und Sorgfalt ist es gelungen, Dörlesberg zu rekatholisieren“. Durch die Säkularisation wurde die Pfarrei 1805 selbstständig, und die Gemeinde verwaltete sich selbst.

Über all die Jahrhunderte war das Leben und der Ort durch die Landwirtschaft geprägt. 1910 erhielt Dörlesberg als eine der ersten Gemeinden in der Gegend eine Wasserleitung, der 1969 die Kanalisation folgte.

Die Aufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit der fortschreitenden Industrialisierung brachte auch in Dörlesberg einen Grundlegenden Strukturwandel. Von der einst 75 landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben findet man heute noch drei. Der überwiegende Teil der Bevölkerung arbeitet heute in der Industrie.

Ein weiterer Meilenstein wurde mit der Ausweisung von Baugelände nach der Flurbereinigung und der im Jahr 1972 durchgeführten Gemeindegebietsreform abgesteckt. Diese führte zur Eingliederung in die Stadt Wertheim. Stetig wuchs der Ort und entwickelte sich zu einem modernen Dorf mit derzeit ca. 800 Einwohnern.



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